Phoenix empfängt deutschen Botschafter und Familienunternehmer

Zu einem Vortrag des deutschen Botschafters Christoph Eichhorn über die Digitalisierung in Estland durfte Phoenix am 27.02.2020 ausgewählte Gäste im ecopark begrüßen.

Bis in die letzte Reihe gefüllt: Rund 60 Teilnehmer verfolgten aufmerksam die Vorträge der verschiedenen Redner Foto: Karina Wendt

Sorgte für Unterhaltung zwischen den einzelnen Gesprächen: Der Phoenix-Flipper aus den 1960er-Jahren Foto: Ingo Harms / Kamera: Uwe Haring

Informierte die Gäste aus Weser-Ems über die Aufgaben der Vereinigung Wirtschaftsregion Hansalinie e.V.: Andreas Thielscher Foto: Ingo Harms / Kamera: Uwe Haring

Ergänzte die guten Gespräche: Das vom Cloppenburger Gastronom Bernd Höne angerichtete Buffet Foto: Ingo Harms / Kamera: Uwe Haring

Freuten sich über die rege Teilnahme an der Veranstaltung: v.l.n.r.: Thomas Städtler (Vertriebsdirektor Phoenix), Uwe Haring (Geschäftsführer ecopark), Julian Dau (DIE JUNGEN UNTERNEHMER), Michael Wendt (DIE FAMILIENUNTERNEHMER e. V.), Botschafter Christoph Eichhorn, Landrat Johann Wimberg und Phoenix-Geschäftsführer Stephan Luker Foto: Ingo Harms / Kamera: Uwe Haring

Eine am vergangenen Donnerstag in den Tagungsräumen der Phoenix Fire Protect Development GmbH durchgeführte Veranstaltung mit dem Titel „Von den (B)Esten lernen“ zum Thema Digitalisierung im EU-Land Estland, die der Regionalkreis Weser-Ems des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V. organisiert hatte, wurde von knapp 60 Teilnehmern aus dem Weser-Ems-Gebiet besucht, die neben Informationen zum Hauptthema Digitalisierung auch das Brandbekämpfungssystem der Fa. Phoenix kennenlernen durften.

Der Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V. hat ca. 6.000 Mitglieder und repräsentiert nach eigenen Angaben die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 180.000 Familienunternehmern in Deutschland, die mehr als acht Millionen sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter beschäftigen. Im Regionalkreis Weser-Ems, der seine Mitglieder zur Veranstaltung bei Phoenix eingeladen hatte, sind viele verschiedene Familienunternehmen aller Größen organisiert, das Spektrum reicht von regional bedeutenden Handwerksbetrieben und Dienstleistern bis hin zu international tätigen Firmen wie bspw. dem Landmaschinenhersteller Grimme aus Damme.

Bei regelmäßigen Veranstaltungen wie bspw. Betriebsbesichtigungen oder Vortragsreihen an exklusiven Orten können sich die häufig selbst geschäftsführenden Gesellschafter als Mitglieder dabei untereinander vernetzen und so neue Geschäftsbeziehungen aufbauen und sich gleichzeitig gemeinsam über spannende Themen informieren.

Wie in der öffentlichen Debatte inzwischen hinlänglich bekannt ist, rangiert die Bundesrepublik, in der die Mitglieder von DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V. in der Regel ihren Unternehmenssitz haben und auch hauptsächlich tätig sind, im Vergleich mit europäischen Nachbarstaaten bei der Digitalisierung und dem Breitbandausbau eher auf den hinteren Rängen. Da gleichzeitig aber von allen Seiten darauf hingewiesen wird, wie existentiell wichtig diese Frage auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist, stieß die vom Regionalkreis Weser-Ems der Familienunternehmer in Zusammenarbeit mit dem ecopark und der Wirtschaftsregion Hansalinie e.V. initiierte Veranstaltung bei Phoenix auf großes Interesse.

Als ausgewiesener Experte konnte der deutsche Botschafter in Bulgarien, Herr Christoph Eichhorn, gewonnen werden, der zuvor von 2015-2019 die Bundesrepublik in Estland vertreten hatte, das auch als „Muster-Wunderland“ für eine gelungene Digitalisierung gilt. Botschafter Eichhorn, ein langjährig erfahrener Diplomat mit Erfahrungen in Amerika wie Russland und weiteren Staaten, nutze sodann die Gelegenheit, den Unternehmern anhand von plakativen und für jedermann nachvollziehbaren Beispielen zu erläutern, dass der Rückstand Deutschlands bei der Digitalisierung nicht nur an infrastrukturellen Defiziten beim Breitbandausbau festzumachen sei, sondern vor allem auch mit der im Vergleich zu den Esten gänzlich unterschiedlichen Denkweise bei diesem Thema zusammenhinge.

In Estland habe man nach dem Zusammenbruch der UdSSR vor der Herausforderung gestanden, ein für die Bevölkerung gut nutzbares Bankensystem zu erschaffen. Hierzu habe man sich ähnlich wie bei heute als „ÖPP“ bezeichneten Projekten mit der Privatwirtschaft zusammengetan. Der Deal sah beispielsweise vor, dass skandinavische Banken eine flächendeckende Versorgung der Menschen im Lande mit Girokonten zusicherten mit der Bedingung, dass nicht jedes kleine Dorf mit einer eigenen Filiale erschlossen werden müsse, aber die Menschen durch ein entsprechend flächendeckend ausgebautes Internet Möglichkeiten bekommen sollten, ihre Bankgeschäfte auch online zu regeln.

Ein bedeutender Unterschied zu Deutschland liege auch darin begründet, dass man in Deutschland häufig versuchen würde, zunächst alle Einzelheiten in einem schlüssigen Gesamtkonzept zusammenzufassen und dadurch vor Fertigstellung desselbigen oftmals wertvolle Zeit verstreichen würde, während die Esten oftmals schon mit der Umsetzung von Lösungen für Teilbereiche beginnen würden, auch wenn noch kein Gesamtkonzept stehe. „Dort wird einfach etwas ausprobiert und wenn es nicht sofort 100%ig klappt, verändert man den Ansatz ein wenig und gelangt trotzdem zum Ziel“, so Botschafter Eichhorn.

Für Erstaunen sorgte bei den Teilnehmern vor allem die Tatsache, dass in Estland außer in wenigen Sonderfällen wie bei Scheidungen, Hochzeiten oder Grundstückskäufen nicht das Amt aufgesucht werden müsse, sondern von der Kfz-Zulassung über das Arztrezept bis hin zur Jagdschein-verlängerung alles digital über eine Chipkarte abgewickelt werden könne.

Der Datenschutz gemäß der DSGVO werde auch in Estland rechtskonform umgesetzt, im Vergleich mit anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wie bspw. Deutschland jedoch mit etwas mehr Pragmatismus, da die Bevölkerung ein hohes Vertrauen in Datenschutzmaßnahmen durch Staat und Unternehmen habe, weil man von Beginn an Verstöße hart sanktioniert habe und jederzeit online einsehen könne, durch wen Datenzugriffe erfolgt sind, die man bei Unklarheit über die Rechtmäßigkeit mit einem Anspruch auf Auskunft innerhalb von 5 Tagen sofort zur Kontrolle melden könne.

„Dadurch, dass diese Transparenz und die harte Strafverfolgung bei Datenschutzverstößen so konsequent durchgesetzt wurden, besteht bei den Einwohnern des vergleichsweise kleinen Staates trotz vorhandener Möglichkeit auch nicht das Verlangen, täglich die Datenzugriffe zu kontrollieren. Die Behörden brechen also unter keiner Kontrollantragsflut zusammen“, berichtet Christoph Eichhorn.

Vor dem Vortrag hatte die Phoenix Fire Protect Development GmbH die Gelegenheit, den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern ihre innovativen Brandbekämpfungssysteme in einer kurzen Präsentation näher zu bringen und entsprechende Rückfragen zu beantworten. Auch die Wachstumsregion Hansalinie und der ecopark stellten den Gästen die Vorzüge ihrer Organisationen vor.

Im Anschluss an den Vortrag von Botschafter Eichhorn entspannte sich eine lebhafte Diskussion, an der sich auch der ebenfalls anwesende Landrat Cloppenburgs, Johann Wimberg, beteiligte und noch einmal auf seinen Besuch in Estland vor einiger Zeit verwies, der ihn sehr beeindruckt habe.

Zusätzlich bereichert  wurde die Diskussion durch eine leckere Auswahl an Speisen und Getränken, die der Cloppenburger Gastronom Bernd Höne zuvor in ansprechender Optik hergerichtet hatte.