Phoenix in der Argumente 2018

In der diesjährigen Ausgabe der ARGUMENTE des Oldenburger Münsterlandes präsentiert sich die Phoenix Fire Protect Development GmbH mit einem Unternehmens-Portrait.

Phoenix auf der Überholspur

„Seit der Verleihung des Innovationspreises im November 2014 sind wir quasi nur auf der Überholspur und hatten gar keine Gelegenheit, mal wieder rechts einzuscheren, um durchzuatmen und die ganze Entwicklung einmal Revue passieren zu lassen,“ fasst Stephan Luker den außerordentlich erfolgreichen Weg der Phoenix Fire Protect Development GmbH in den letzten gut drei Jahren zusammen. Luker ist Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer des Unternehmens aus Garrel in Südoldenburg, das sich seit 2009 mit der Entwicklung, Planung, Fertigung, Installation und Wartung von Brandbekämpfungssystemen auf Hochdrucksprühnebelbasis beschäftigt. Aber der Reihe nach:

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 2009 als Phoenix Fire Protect Development GmbH & Co. KG, um eine auf das umfangreiche und vielfältige Geschäftsfeld des Brandschutzes spezialisierte Organisation aufzustellen, die fachlich, strategisch und organisatorisch in der Lage ist, die hohen Anforderungen des Brandschutzmarktes nicht nur zu erfüllen, sondern deutlich zu übertreffen und dabei auch neue, innovative Ansätze verfolgt. Im Jahre 2014 erfolgte die Umfirmierung in die heute noch bestehende GmbH. In den ersten Jahren des Bestehens waren noch keine signifikanten geschäftlichen Tätigkeiten mit Außenwirkung festzustellen, es galt, überwiegend an der Entwicklung und Gewährleistung der Marktreife des Phoenix-Systems zu arbeiten. In der ersten Hälfte des Jahres 2014 kam es dann zu ersten konkreten Umsatzentwicklungen, die noch einmal zum Jahresende durch die Verleihung des OM-Innovationspreises im wahrsten Sinne des Wortes „befeuert“ wurden. Im folgenden Jahr 2015 konnte der Umsatz verdreifacht und im Jahr 2016 nochmals leicht verbessert werden. Dies ging, so führt Luker weiter aus, nur mit entsprechend motivierten und innovationshungrigen Mitarbeitern, die die großen Chancen erkennen, die der in Deutschland insgesamt 6,8 Milliarden € jährlich umsetzende Brandschutzmarkt bietet. Der Unternehmensstandort wurde im Frühjahr 2015 von Emstek nach Garrel in das Industriegebiet Garrel-Ost verlegt, auch um den jetzt 10 festen Mitarbeitern in der Firmenzentrale moderne und zukunftsfähige Arbeitsplätze anbieten zu können. „In Garrel sind unser Kreativlabor und die strategische Steuerung zu Hause, unsere Partnerfirmen und Dienstleister befinden sich in der gesamten Bundesrepublik, so dass wir unsere Personalerfordernisse für die Installation des Rohrleitungsnetzes sowie der Elektro- und Steuerungstechnik immer projektbezogen planen und umsetzen können,“ erläutert Thomas Städtler, der bei Phoenix für den Geschäftsbereich Vertrieb, Organisation und Personal Verantwortung trägt. So sind in Spitzenzeiten 30 bis 40 Leitmonteure, Monteure und Montagehelfer zusätzlich für Phoenix tätig. Deren Einsatz wird von Garrel aus koordiniert und projektbezogen gesteuert.

Grundlage des beschriebenen Erfolges ist, dass die Phoenix-Brandbekämpfungstechnik eine ganz andere, nämlich deutlich flexiblere Herangehensweise an die vielfältigen Anforderungen des Brandschutzes eröffnet und für jedes Unternehmen eine nachhaltige und nicht nur als „notwendiges Übel“ empfundene Investition in die Zukunft bedeutet. Warum ist das so?

Phoenix praktiziert das Prinzip des so genannten „total floating“, das heißt der Vernebelung kompletter Schutzbereiche. Ähnlich wie bei Gaslöschanlagen werden bei einem Brand die Flammen durch Sauerstoffverdrängung erstickt. Der Wasserbedarf wird im direkten Vergleich zu Sprinklersystemen auf mindestens 1/50 und im Vergleich zu ähnlichen (nicht: gleichen!) Wassernebellöschsystemen auf mindestens 1/8 verringert. Zudem hat das Phoenix-System einen signifikant geringeren Bedarf an Installationsaufwand, Material und Fläche. Die Ausführung des trockenen Rohrleitungsnetzes mit Rohrdurchmessern von 12, 18 und 22 mm und Deckenlasten von weniger als 150 gr./m² erfolgt standardmäßig in Edelstahlqualität. Durch häufig nur begrenzt verfügbare Ressourcen und ein verändertes Kundenbewusstsein in Bezug auf Nachhaltigkeit ist der sparsame Umgang mit Wasser und Rohstoffen neben der hohen Wirksamkeit und Betriebssicherheit der Anlage im Wettbewerb für Phoenix ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Diese Vorteile haben in den letzten Jahren auch viele Phoenix-Kunden überzeugt, die aus allen Bereichen der Industrie und dem Gewerbe kommen, aber auch die öffentliche Hand und Privatkunden stehen auf der Referenzliste des Garreler Unternehmens. Spezialisiert ist Phoenix auf die Realisierung von Brandbekämpfungsanlagen in der Lebensmittelindustrie, insbesondere auf die brandschutztechnische Ertüchtigung von Bestandsgebäuden. Hier haben die Südoldenburger komplette Gebäude und Produktionsbereiche geschützt, aber auch Spezialanwendungen wie den Schutz von Wanddurchbrüchen, Tunneln, Zwischendecken und Fritteusen in die Tat umgesetzt. Ein weiterer Schwerpunkt waren Betriebe mit extrem hohen Brandlasten in der kunststoff- und textilfaserverarbeitenden Industrie sowie der Schutz architektonisch anspruchsvoller Büro- und denkmalgeschützter Gebäude. Die vorgenannten Schwerpunkte sollen beibehalten und ausgebaut werden. Darüber hinaus wird der Fokus der Vertriebsaktivitäten weiter auf der Logistikbranche mit Schwerpunkt Hochregalläger, Maschinentest- und Serverräumen und auch on/off-shore Windkraftanlagen und Kreuzfahrtschiffen liegen, informiert Städtler und skizziert mögliche zukünftige Tätigkeitsfelder.

Besonders wichtig war und ist dem Unternehmen aber die Fortentwicklung des Phoenix-Brandbekämpfungssystems und der einzelnen Bauteile innerhalb einer homogenen, aber gleichzeitig modular ausbaubaren Markenarchitektur. Der Grundpfeiler ist dabei das FLEXBASE® – System, bei dem ein vorher definierter und in sich abgeschlossener Schutzbereich mit dem Rohrleitungsnetz und der dazugehörigen Düsentechnik ausgestattet wird. Die Montage erfolgt klassisch auf der jeweiligen Oberfläche an der Decke und ggf. zusätzlich an den Wänden. Rohrleitungsnetz und Düsen werden regelmäßig in Edelstahlqualität ausgeführt, das Befestigungsmaterial auf Anforderung ebenfalls. Das im Jahre 2016 entwickelte FLEXGRID® – System ist ein spezielles Maschinenschutzsystem, das als Ergänzung zum FLEXBASE® – System, aber auch als stand-alone Lösung installiert werden kann. Der Name FLEXGRID® steht dabei für flexible Anschlussmöglichkeiten einzelner (Produktions-)Maschinen entlang eines Rohrleitungsrasters. Der modulare Systemaufbau erlaubt eine höchstmögliche Flexibilität bei betriebsorganisatorischen Umstrukturierungsmaßnahmen. Das erst im letzten Jahr praxisreif gewordene FLEXIN® – System ist eine neue Phoenix-Anwendung insbesondere für denkmalgeschützte Gebäude und für Kunden mit außergewöhnlichen gestalterischen Anforderungen. Das Rohrleitungsnetz wird verdeckt verlegt, z. B. in Zwischendecken oder auch unter Putz. Sichtbar bleiben lediglich die Düsenköpfe, deren Unterbau sich in speziellen Revisionsdüsen befindet, die eine einfache und schnelle Wartung ermöglichen.

Zur bestmöglichen Erfüllung von bestimmten Anforderungen in Anerkennungs- und Zulassungsverfahren bei international tätigen Prüforganisationen hat Phoenix zudem eine neue Sprühnebeldüse und einen neuen Befestigungsclip entwickelt, die jeweils in voller Edelstahlqualität in der Region Südoldenburg hergestellt werden.

„Unsere Triebfeder für die Entwicklung des Unternehmens ist unsere Begeisterung für innovative Brandbekämpfungssysteme,“ führt Stephan Luker aus. Dabei wird das Leistungsspektrum der Phoenix-Systeme zur Qualitätssicherung und – verbesserung immer wieder durch so genannte Realbrandversuche auf den Prüfstand gestellt. So wurde zuletzt ein Brandversuch im Metropolpark Hansalinie am Autobahndreieck Ahlhorner Heide in der Brandgefahrenklasse High Hazard Storage – Kategorie IV durchgeführt. Hierbei handelt es ich um extrem hohe Brandlasten wie sie z. B. in großen Kunststoffkistenlägern in der lebensmittelproduzierenden Industrie vorhanden sind. In einem ehemals militärisch genutzten Flugzeugshelter des Metropolparks Hansalinie wurde eine solche Lagersituation in einem 150 m² großen, selbst konstruierten Brandversuchsraum nachgestellt. Dazu wurden 400 E2-Kisten aus Polyethylen bis zu einer Lagerhöhe von 5,30 m übereinander gestapelt und unter Einsatz des Brandbeschleunigers Heptan entzündet. Ziel des Brandversuches, der unter der Aufsicht der TÜV Rheinland Industrie Service GmbH stattfand, war, über einen Zeitraum von 30 Minuten eine Brandkontrolle und eine Brandunterdrückung sicherzustellen, insbesondere um der Feuerwehr eine angemessene Reaktionszeit zur Einleitung der notwendigen Maßnahmen zu verschaffen. Dieses anspruchsvolle Ziel wurde erreicht, bemerkenswert war dabei, dass die Decken- und die Umgebungstemperaturen zu keinem Zeitpunkt über 50 Grad gestiegen sind, dies schließt die Entstehung erheblicher Personen- und Sachschäden somit nahezu aus. „Die Phoenix-Brandbekämpfungstechnik eröffnet eine völlig neue Dimension des Brandschutzes, von der Überholspur kommt man da nur schwer runter,“ resümiert Vertriebsmann Städtler und greift dabei mit einem Schmunzeln die Eingangsbemerkung von Firmenchef Luker auf.